Der vierte Afrika-Tag

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Der 4. Afrika Tag des Vereins Couleurs Afrik mit dem Thema: "Wir sind reich und trotzdem arm“ in Schwerin

Die Podiumsdiskussion am 04.September 2015

In Zusammenarbeit mit der IHK zu Schwerin und der Landeshauptstadt Schwerin wurde zu dem zentralen Thema unserer Veranstaltung „Wir sind reich – und trotzdem arm“ die Podiumsdiskussion am 04.09.2015 in der Aula der Volkshochschule in Schwerin organisiert.

Unter der Leitung des Moderators Wolfgang Heidelk, eines freien Journalisten aus Schwerin, diskutierten die Gäste aus Afrika

DSCN0465 Andere+Herr Abdousaid Oukpedjo Geschäftsführer des Unternehmens SARA BUSINESS CENTER Sarl aus Togo

+Herr Fall Touren –Geschäftsführer des Modelables Tawareg und der Fashion Art Academy of Lomé

+Herr Mohamed Baco –Geschäftsführer Ets SAPERO aus Togo

+Herr Omorou Aboubakar – ein Anwalt aus Togo

(Frau Kadiratou Gneni Adam i, aus Missebo Catonou in Benin und Herr Eric Yomi II NGOUEFA von SUN TECH Sarl aus New Bell in Kamerun haben leider kein Visum erhalten und konnten nicht kommen)

sowie Vertreter einheimischer Unternehmen und Gewerbetreibender

+ Herr Dr. Josef Wolf –Geschäftsführer der Stadtwerke Schwerin

+Herr Hartung – Geschäftsführer Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft mbH

+Herr Dr. med. Frieder Rohn – Arzt in Schwerin

+Frau Regina Loukidis – Vertreterin des Eine-Welt-Netzwerks und Mitarbeiterin im Weltladen SchwerinDSCN0473 Andere

+Frau Marie Wiesner – Politikwissenschaftlerin aus Schwerin

und Vertreter verschiedener Vereine, Initiativen sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus der Stadt Schwerin.

Der Stadtpräsident der Landeshauptstadt Schwerin überbrachte die Grüße der Stadtvertretung und der Oberbürgermeisterin und wünschte der Veranstaltung des Vereins viel Erfolg. Der Stadtpräsident begleitet den Verein schon seit Jahren mit viel Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Die afrikanischen Händler und Gewerbetreibenden stellten sich und ihren Werdegang sowie ihr Unternehmen in Wort und über Bild (Beamer) vor.

Die afrikanischen Unternehmer erklärten, wie sie es geschafft haben, ein Unternehmen zu gründen. Sie zeigten auf, welche Hindernisse es gab und wie wichtig es in den afrikanischen Ländern ist, aus eigener Kraft etwas zu schaffen und so andere Menschen zu motivieren, es ihnen gleich zu tun.

Herr Fall Touren berichtete davon, dass er sich als junger Mann bereits für Mode interessierte, es aber in ganz Westafrika keine Modedesignschule gab. Darum ging er nach Belgien um sich das erforderliche Know how in der Modebranche anzueignen. Aber er wollte zurück nach Afrika. Dort hat er dann sein eigenes Unternehmen und die erste Modeschule in Westafrika gegründet.

Jetzt möchte er in seiner Mode afrikanische Farben und Muster mit europäischen Linien verbinden und seine Ware sowohl in Afrika als auch in Europa verkaufen. Wichtig ist ihm, dass die Stoffe aus Afrika kommen, denn durch die Verarbeitung in Afrika werden dort neue Arbeitsplätze geschaffen und die Wertschöpfung bleibt in Afrika.

Durch die Einrichtung einer Modeschule sollen für die Zukunft die Verarbeitung der Stoffe und die Vermarktung der Kleidung in der Region bleiben.

Frau Marie Wiesner informierte über den Aufbau einer Kaffeerösterei in Uganda.

Uganda als zweitgrößter Kaffeeproduzent Afrikas braucht dringend eine Aufwertung seiner Kaffeeverarbeitung und seiner Produkte.

Wenn der Kaffee vor Ort geröstet wird, kann er zu einem viel höheren Preis verkauft werden, als dies bei Rohkaffee der Fall wäre. Der Rohkaffee dieser Rösterei wird zu fairen Preisen von den Produzenten aufgekauft, in Uganda geröstet und erst danach weiterverkauft. So bleibt die Wertschöpfung im Land. Jedoch die Konkurrenz durch internationale Konzerne ist groß denn viele Bürger/innen greifen trotz hochwertigen einheimischen Kaffees zu Nescafé. Viele Bürger/innen auf unserer Veranstaltung konnten das nachvollziehen, weil nach der Wende in unserer Region ähnliches passiert ist.

In der Diskussion wurde herausgearbeitet, dass durch die Handelspraktiken großer Konzerne die afrikanischen Produzenten oft unter Druck gesetzt und damit ihre Rohstoffe zu Dumpingpreisen eingekauft werden können. Da die Verarbeitung der Rohware woanders stattfinden, entstehen dort die Arbeitsplätze, und dort entsteht dann auch der Wertzuwachs. Nicht selten werden dann die Fertigprodukte wieder nach Afrika exportiert und für viel Geld an die Verbraucher verkauft. Dies führt zu einer doppelten Ausbeutung, einmal der Rohstoff-Produzenten und ebenfalls der Bürger.

DSCN0511 AndereErreicht wurden die anwesenden Unternehmer und Gewerbetreibenden, Vertreter/innen verschiedener Vereine und Initiativen sowie Bürgerinnen und Bürger aus Schwerin.

Bei der Podiumsdiskussion waren etwa 50 Menschen in der Aula der VHS Schwerin anwesend – siehe Fotos.

Über die Podiumsdiskussion wurde in der Lokalpresse berichtet.

Fest der Begegnung am 05. September 2015

In Zusammenarbeit mit anderen Vereinen aus dem Netzwerk Migration sowie mit lokalen Politikern und engagierten Bürger/innen aus Schwerin haben wir ein Fest der kulturellen Begegnung und des Austausches von Informationen im Hof der VHS Schwerin organisiert, um mit einheimischen Bürgerinnen und Bürgern über die Notwendigkeit des Fairen Austausches zwischen afrikanischen Ländern und Europa zu sprechen.

Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Vereine und Initiativen haben das Gespräch mit den Gästen gesucht und auch gefunden. Im Gespräch waren neben Vertreterinnen und Vertretern unseres Vereins Couleurs Afrik auch Vertreter des Vereins Initiative Afrika, Vertreterinnen des Vereins „Balimajaton“ (Ein Verein von Frauen aus Mali in Hamburg), Vertreter einer Initiativgruppe von Afrikanern aus Bremen, des Ehrenamtsprojekts „Nebenan in Afrika“ der AWO Schwerin und des Vereins „Wissen e. V.“ (ein russischer Verein) in Schwerin.

Um viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, für unser Anliegen zu interessieren und um ein Afrikafeeling zu erzeugen, hatten wir mehrere Musikgruppen gewonnen. Es begann die Musikgruppe aus Bremen mit tollen afrikanischen Rhythmen, der Sänger Asamor aus Kamerun zeigte sein Können und zum Abschluss kam die Gruppe „Sam and the Reggae Manding Band begeisterte die Schweriner mit heißen Reggae-Rhythmen.

Die Frauen des Frauenvereins Balimajaton (Frauen aus Mali) begeisterten alle Gäste mit getanzten Alltagsszenen aus dem Leben der afrikanischen Frauen zwischen Tradition und Moderne und sie zeigten traditionelle Kleider verschiedener Volksgruppen, wie die der Dogon und der Fulla.

(Der Sänger Bibish Mola aus Togo konnte leider nicht kommen, da er kein Visum erhalten hat.)DSCN0494 Andere

Die für die Kinder vorbereitete Hüpfburg konnte leider wegen des Regenwetters nicht aufgebaut werden, aber die Kinder hatten nach Abzug der Regenwolken gegen 15.00 Uhr auch mit den klassischen Kinderspielen wie Sackhüpfen, Eierlaufen sowie Straßenmalkreide viel Spaß. Und genau wie im letzten Jahr gab es beim Kinderschminken wieder lange Warteschlangen und nach dem Schminken viele lustige Kindergesichter.

In der entspannten Atmosphäre kam es zu vielen guten Gesprächen zwischen den Mitgliedern der Vereine und Initiativen und Bürgerinnen und Bürger aus Schwerin.

Vielfach gab es auch Gespräche zur Flucht von afrikanischen Menschen nach Europa und zu Fluchtursachen. Die afrikanischen Mitglieder unseres Vereins und afrikanische Gäste haben sich mit einzelnen Personen und in kleinen Gruppen unterhalten. Viele Gäste fanden es gut, direkt mit betroffenen Menschen zu sprechen und nicht nur die Informationen aus den Medien zu erhalten.

Diese Veranstaltung wurde gefördert durch:

* KED - den Kirchlichen Entwicklungsdienst

* Lagus - das Landesamt für Gesundheit und Soziales

* die Landeshauptstadt Schwerin